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DIE NACHT VON Donnerstag, 9. Juni 2005
Getrödel
donalphons, 07:27h
Seit drei Stunden müsste ich endlich mal die Rechnung schreiben und abschicken, dann noch einen Vergleichstext für eine Aufgabe suchen, und ein Angebot formulieren. Nur den zu schreibenden Blogeintrag, den habe ich natürlich schon. Und draussen ist es jetzt schon ziemlich hell.
Noch eine Stunde, aber zackig, marsch marsch.
Noch eine Stunde, aber zackig, marsch marsch.
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i canīt get no sleep
DIE NACHT VON Mittwoch, 8. Juni 2005
Späte Küche
donalphons, 02:11h
Keine gute Idee: Nach 11 in der Provinz an einem Montag etwas zu Essen bestellen. Pizzadienste sind so totb wie Chinesen, allein der Sushi-Express hat auf, für die Kleinstadt-Professionals, die denken, dass das irgendwie dazu gehört, der Japanschlunz nach Eins.
Blieben noch die Amerikaner mit ihren Klopsen auf Lpprigbrot, aber so tief sollte man dann doch nicht sinken. Also wird der Kühlschrank bis aufs letzte Gramm Padano ausgequetscht, und mitten in der Nacht am Herd Mozart gesungen: Madamina, il catalogo è questo... - und bei den Blonden landen die Austernpilze unter dem Messer, und bei sua passion predominante wird der Pecorino gerieben.
Na also. Geht doch.
Blieben noch die Amerikaner mit ihren Klopsen auf Lpprigbrot, aber so tief sollte man dann doch nicht sinken. Also wird der Kühlschrank bis aufs letzte Gramm Padano ausgequetscht, und mitten in der Nacht am Herd Mozart gesungen: Madamina, il catalogo è questo... - und bei den Blonden landen die Austernpilze unter dem Messer, und bei sua passion predominante wird der Pecorino gerieben.
Na also. Geht doch.
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i canīt get no sleep
DIE NACHT VON Freitag, 3. Juni 2005
Worst dream ever
dirk olbertz, 05:54h
So sehr verknüpft mit Dingen, die in den nächsten Tagen anstehen, dass ich fast ein an Zeichen glaube, obwohl ich sonst an nix glaube.
Dazu noch die erste Nacht in einer neuen Wohnung - ehrlich, ich bin nicht abergläubisch! So langsam setzt die Ratio wieder ein und ich hoffe dass der Schlaf in der restlichen Nacht sein Übriges dazu beitragen wird.
Dazu noch die erste Nacht in einer neuen Wohnung - ehrlich, ich bin nicht abergläubisch! So langsam setzt die Ratio wieder ein und ich hoffe dass der Schlaf in der restlichen Nacht sein Übriges dazu beitragen wird.
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evasive, 02:46h

Ein paar Meter weiter kommt diese Kurve, keine Haarnadelkurve, aber fast. Früher standen auch in der Kurve Bäume am Strassenrand, ein wenig zurückversetzt, aber doch noch nah genug.
Die grossen, wunderschönen Linden gibt es jetzt nicht mehr. Nachdem man dort oft genug zusammengefaltete Autos abgepflückt hat, gingen einige von alleine ein und der Rest wurde gefällt. Ich hing auch schon an dieser Stelle im, neee, am Baum. Wie es dazu kam, ist eine lange Geschichte, eine, die nicht in der Nacht erzählt werden sollte und dieser Tage schon gar nicht (eigentlich gibt es keine richtigen Tage dafür, vielleicht ein sonniger Winternachmittag mit einem Becher Kakao und bei laufendem Fernseher, Trickfilm oder so was). Ich habe eine Absicht immer abgestritten, aber geglaubt hat mir niemand - ausser ich mir selbst, nach einiger Zeit und unzähligen Beteuerungen.
Ich erinnere mich nur vage daran, was nach dem Crash passiert ist. Irgendwann ein Krankenwagen, Sanitäter, dann die Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn. Im Krankenhaus habe ich mich geweigert, die Augen zu öffnen, zu sprechen. Ich habe nicht einmal zugehört, die Worte waren ein Singsang, das mich nichts anging. "Schockzustand", hiess es später und ich habe nur still genickt. Lange Zeit konnte ich danach kein Auto fahren, auf dem Beifahrersitz sitzen ja, aber selber fahren, nein. Hätte ich nicht schon so viel getrunken, würde ich heute nacht hinfahren und mir die Stelle anschauen. Keine Bäume mehr. Ein verblühtes Rapsfeld. Vielleicht würde ich die Augen eines Fuches aufglühen sehen. Oder ein Käuzchen schreien hören.
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i canīt get no sleep
DIE NACHT VON Donnerstag, 2. Juni 2005
22.02
asia, 00:01h
Herr W. zog in eine Wohnung im dritten Stock ein und es hat sich sofort herumgesprochen, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er führe (so hörte man im Geschäft um die Ecke die dicke Verkäuferin amüsiert und verschwörerisch raunen), Selbstgespräche, und sei schon mehrmals in der Klapse gewesen. Er trug eine dicke Brille und duftete nach einem billigen Parfüm, das keiner sonst benutzte, da es einen fast ersticken ließ. Wir wohnten damals im vierten Stock, direkt über ihm, in deiner Wohnung mit zwei kleinen Zimmern und einer großen Küche, aus deren Fenster man den Fluss sehen konnte. Stets musste ich an der Tür von Herrn W. vorbei, die oft offen stand. Einen Einblick in seine Wohnung wollte ich nicht wagen. Schon im zweiten Stock fing ich an zu laufen, so dass ich in Sekundenschnelle vor unsere Tür gelangen konnte. An die Erleichterung kann ich mich noch heute erinnern, und auch an den etwas muffigen Geruch, der bei uns immer in der Luft schwebte.
Einmal konnten wir lange nicht einschlafen. Herr W. lief in seiner Wohnung herum, schlug mit einem Gegenstand gegen die metallenen Heizkörper und schrie etwas, das wir nicht verstehen konnten. Aber er muss endlich damit aufgehört haben, denn ich kann jetzt an nichts Besonderes denken, das am nächsten Tag passiert wäre. Eine Ewigkeit trennt mich von jener Zeit in S., der Zeit, wo man im Sommer im Fluss San noch baden konnte. Wir nahmen etwas zum Essen und lagen den ganzen Tag am Flussufer, unter stechender Sonne.
Einmal konnten wir lange nicht einschlafen. Herr W. lief in seiner Wohnung herum, schlug mit einem Gegenstand gegen die metallenen Heizkörper und schrie etwas, das wir nicht verstehen konnten. Aber er muss endlich damit aufgehört haben, denn ich kann jetzt an nichts Besonderes denken, das am nächsten Tag passiert wäre. Eine Ewigkeit trennt mich von jener Zeit in S., der Zeit, wo man im Sommer im Fluss San noch baden konnte. Wir nahmen etwas zum Essen und lagen den ganzen Tag am Flussufer, unter stechender Sonne.
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Geburtstagsfeier
modeste, 02:24h
Im Roten Salon ist es voll. Rechts von der Bühne sitzt der grandiose Volker Spengler und schaut sich auf der Leinwand als Elvira zu. Verdammt, denke ich, und überlege, welches Leben man geführt haben muss, um sich so zu verbrauchen, und bin ein bißchen neidisch auf den Wagemut, den ich nie aufgebracht habe, um statt dessen stets die Kehrtwende zurück von den Schlachtfeldern auf die luftigen Wiesen von Spiel und Unernst zu vollziehen. „Mir ist langweilig“, sagt mein Begleiter und zieht ein bißchen an meiner Zigarette. „Schlechte Schauspieler, miese Tonqualität,“, nörgelt es von rechts, und er rutscht ein wenig auf dem Sofa herum, von dem aus man ohnehin kaum etwas sieht.
„Das hast du nie verstanden.“, sage ich und trinke schales, bitteres Bier.
„Das hast du nie verstanden.“, sage ich und trinke schales, bitteres Bier.
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i canīt get no sleep
DIE NACHT VON Mittwoch, 1. Juni 2005
evasive, 01:15h

Eine der wichtigsten Einrichtungen, die des nachts geöffnet haben, sind Tankstellen. Ich liebe meine Tankstelle und ich liebe das Personal dort, dass sich wochenweise mit den anstrengenden Nachtschichten abwechselt, eine Woche - sieben Tage! - arbeiten, zwei Wochen frei. Da ist zum Beispiel die junge Mutter, die von 22.00 bis 6.00 Uhr in der Tanke sitzt, dann die Kinder weckt und auf Kindergarten und Schule verteilt, vier Stunden schläft und sich dann um Essen, Hausaufgaben und das ganze Gedöhns kümmert, bis sie wieder in die Schicht geht. In den ersten beiden Nächten merkt man ihr noch nichts an, aber ab der dritten Nacht hat sie diese glasigen Augen und die hängenden Mundwinkel, und wenn die nicht hängen, dann gähnen sie, die Mundwinkel. Und wenn sie lächelt, bekommt man es mit der Angst zu tun, hat was von Jack Nicholson in Shining.
An der Tanke gibt es auch mitten in der Nacht Kippen und Alkohol, Schokolade, Kaugummi, Zeitungen, Blumen, Hautcreme, Toastbrot, Klopapier, Hundefutter und natürlich Benzin - aber wer braucht schon mitten in der Nacht Benzin? Wenn ich nicht schlafen kann, mache ich einen Spaziergang zur Tanke, laufe einmal drumherum und gehe dann wieder nach Hause, Spaziergang mit Ziel ist besser als Spaziergang ohne Ziel, da endet man manchmal "wer weiss wo" und selten tut dieses "wer weiss wo" gut.
Ich liebe meine Tanke, jau.
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träume..
ohne mich, 00:58h
..ein spaziergang mitten in der nacht
..endloses streifen durch den wald
..am teich sitzen und die sterne beobachten
..ein knisterndes feuer und ein atemberaubendes gewitter
..auf den warmen steinen liegen und dem plätschernden wasser lauschen
..einen sonnenuntergang hand in hand erleben
..weintrauben - erdbeeren - pfefferminz - vor der tür
Man vermisst Dinge die man erlebt hat - man vermisst Momente die einem vorkamen wie eine Ewigkeit, doch nur Sekunden waren - man vermisst Menschen die man geliebt hat - man vermisst Freunde die einem alles bedeutet haben - man vermisst eine Zeit die nie wiederkehren wird!
..endloses streifen durch den wald
..am teich sitzen und die sterne beobachten
..ein knisterndes feuer und ein atemberaubendes gewitter
..auf den warmen steinen liegen und dem plätschernden wasser lauschen
..einen sonnenuntergang hand in hand erleben
..weintrauben - erdbeeren - pfefferminz - vor der tür
Man vermisst Dinge die man erlebt hat - man vermisst Momente die einem vorkamen wie eine Ewigkeit, doch nur Sekunden waren - man vermisst Menschen die man geliebt hat - man vermisst Freunde die einem alles bedeutet haben - man vermisst eine Zeit die nie wiederkehren wird!
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Einsamkeit...
unreal, 02:01h
... und die schlimmsten Tage des Jahres direkt vor
mir. Kein Wunder, dass ich keinen Schlaf finde.
Nur, die Wahrheit ist: Ich hab's verbockt. Und warum
hat das Leben keinen Undo-Button?
Autodesktruktive Tendenz.
Und ich kann nicht mal mehr fotografieren....
mir. Kein Wunder, dass ich keinen Schlaf finde.
Nur, die Wahrheit ist: Ich hab's verbockt. Und warum
hat das Leben keinen Undo-Button?
Autodesktruktive Tendenz.
Und ich kann nicht mal mehr fotografieren....
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