DIE NACHT VON Donnerstag, 24. März 2005
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i can´t get no sleep
DIE NACHT VON Mittwoch, 23. März 2005
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Ich gehe mit einem Paar - er Journalist, sie Begleitung, die sich was erhofft hatte - zu meinem Auto. Wir reden über den Bankenskandal, über die Mauern des Schweigens und den Filz, der hier vom Kaiserreich an alles überlebt hat. Die Gefahr ist nicht in den Ritzen der bröcjkelnden Mauern, sie ist nicht in den Löchern, sondern hinter den glatt polierten Fassaden, die gerne auch aus Epochen stammen dürfen, die am Ende wenig ruhmreich waren. Was zählt, ist der Eindruck, die Kälte, der Schauder.

Da oben bekommt man wahrscheinlich kaum mit, was unten auf den Strassen passiert; allenfalls gedämpft durch die Höhe und die Ignoranz, die sich in diese Spolien der Vergangenheit verliebt. Postmodern ist es in Ordnung, hier zu residieren, der Schauder, die Arroganz sind gewollt, wie zum Hohn für all die Umwälzungen, die vergeblich gegen diese Mauern angebrandet sind.
Vorbei an der Brache eines ehemaligen Bahnhofs, fahre ich die beiden zu ihrer Wohnung. Sie sagen nichts, schauen nur hinaus in die dunkle Stadt, und tief innen drin hassen sie es.
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Als wir jünger waren, waren die Nächte länger. Oder?
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i can´t get no sleep
DIE NACHT VON Dienstag, 22. März 2005
Bis zu dem Moment, in dem eine Einladungsmail zu einem Jahrgangstreffen in der Mailbox landet. Man sichtet grob die Empfängerliste und wundert sich - zum einen darüber, dass das Abitur nun schon seit fünfzehn respektive sechzehn Jahren final bestanden ist, zum anderen über den Werdegang einiger Leidensgenossen. Da wimmelt es neben den web.de und hotmail-Accounts von äußerst ansehnlichen Domains. Von den wirklich atemberaubenden Karrieren dreier Mitstreiter wusste ich, aber auch der Rest macht einen interessanten Eindruck. Ich glaube ich gehe hin. Kontakte wieder auffrischen könnte in diesen Zeiten förderlich sein. Ein positiver Aspekt dabei: Die Leute sind nett und manche kenne ich schon seit ich zehn bin.
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...warum eigentlich wieder mal alles so sinnlos war.
Stundenlang, tagelang habe ich mich mit diesem absolut wichtigen Projekt beschäftigt, mein Herzblut drangehängt, recherchiert und telefoniert, Zeit investiert und einfach wirklich gute Arbeit geleistet.
Gestern Abend noch war alles in Sack und Tüten. Heute wurde das Projekt dann gecancelt. Einfach nur deshalb, weil Cheffe "keinen Bock mehr darauf" hatte.
Drei Tage meines Lebens verschwendet. Den Bach runter. Unwiederbringlich verloren. Einfach so.
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Die Zeit ist vorbei - einfach so, vergangen - verflogen - ausgelöscht wie ein paar Buchstaben auf dem Papier.. Das war es dann mal wieder - jetzt? - alles wie vorher, nur um eine Erfahrung reicher.. Tu es nie wieder - mach nicht den selben Fehler zweimal - habe ich wohl schon - dumm - nicht mehr zu ändern - und wieder die gleiche Erfahrung!
Auf dem Weg begegnen mir Menschen die noch finsterer gucken als ich es heute tue..
Vielleicht weil ich hier stehe - unter einer Brücke um nicht zu nass zu werden - und Fotos mache..
Fotos von meinen Gedanken? Blitzlichter im dunklen Nass..
Zuhause!
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jeden Computerfuzzis:
...frische Luft
...frühes Aufstehen
und vor allem
...das unerträgliche Gebrüll der Vögel.
Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag. Und
dämmerts schon? Dann mache ich jetzt hier das
Licht aus.
;-)
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Aber es gibt wohl Leute, die es Nachts noch entsprechend umtreibt, die genau das noch um 2 Uhr Morgens brauchen, Fett hin, Antibiotika her, und Käfighaltung - was soll´s, ihr ganzes Leben ist eine Käfighaltung, eng, ohne Bewegung, ohne Ausweg, da sind die anderen Hühner egal. Solange sie nicht zur eigenen Mast dienen. Dann aber immer und jederzeit.
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Kommentare sind außerordentlich erwünscht...
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Der einzige Haken bei der Sache ist, dass momentan kein Liebchen auf irgendeinen Gruß wartet, schon gar nicht eines, das in einem schmucken Haus wohnt vor dem die Blumen sprießen.
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Warum kann nicht die Berliner Nachtluft so nach Frühling schmecken, wie in der Nacht vom vergangenen Freitag die von Frankfurt am Main?
(und kommt mir jetzt gefälligst nicht Meteorologie!)
Und: guten Morgen, Don :-)
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i can´t get no sleep
DIE NACHT VON Montag, 21. März 2005
„Das hast du dir selber zuzuschreiben.“, teilt mir der Herr am anderen Ende der Leitung mit. Und: Ich könnte mich ja melden, wenn mein Magen sich wieder beruhigt. Überhaupt, wie es mit Essen stünde. „Ich werde nie wieder etwas essen.“, sage ich und höre leicht verzerrtes höhnisches Gelächter. Im Hintergrund rattert deutlich vernehmbar die Tram.
Wer alkoholische Exzesse vermutet, liegt allerdings daneben. Nicht der Wein, den die Weinanbaugebiete Europas nach Berlin weggeschüttet haben, hat meine Magenschleimhaut zerrüttet. Die Frage, ob die Einwohner Thailands seit langer Zeit einfach ohne Magen leben, oder selber die Suppen verschmähen, die sie anderen Leuten kochen, kann ich aber gerade nicht so ohne weiteres beantworten. Ich warne an dieser Stelle also eindringlich vor dem Verzehr einer roten Suppe mit Gemüse drin.
Also heute nacht meine rote Gummiwärmflasche, eine magenschonende Kräuterteemischung in der Tasse, und keine Zigaretten. Keine Zigaretten. Gar keine Zigaretten.
Und dann im Bett sitzen, das Notebook auf den Knien, den halbgelesenen Bret Easton Ellis aufgeschlagen neben dem Kopfkissen und scharf nachdenken, ob meine Krankenkasse eigentlich Magentransplantationen bezahlt, und was das so kosten würde, andernfalls.
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Die Mittagspause habe ich mit einem Eiskaffee verbracht - hier stellte sich allerdings die Frage wie viel wohl gefrorenes Wasser kosten sollte - aber es hat sich gelohnt.. Ich liebe Starbucks!!
Ich mag es die Menschen in der Stadt zu beobachten, es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich fast nackte Frauen in hochhackigen Schuhen über das Plaster mühen, oder Pärchen mit 2 Metern Abstand zueinander laufen, Familien auf dem Weg nach Hause, Menschen die nur eilig ein Mittagessen verschlingen..
Und die - die wie ich in einem Sessel sitzen - aus dem Fenster schauen und sich über all die anderen freuen!
Selbst am Abend auf dem Weg nach Hause - lange Schlangen an den Eisdielen - die Restaurants haben Tische rausgestellt.. Biergartenlaune überall!
Die Erkenntnis des Tages - Menschen sind komisch!
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Der Mond scheint kalt von einem wolkenlosen Nachthimmel durch die ungeputzten Fenster. Scharf hebt sich das Fensterkreuz der Balkontür ab. Das extra für diese Nacht, diese besondere Nacht, ausgesuchte Lied trägt den Moment. Klarinette, Giora Feidman. Vor einigen Jahren war ich auf seinem Konzert. Schöne Momente.
Ich lasse das Gewebe durch meine Hände gleiten. Gutes Material, fest und haltbar genug, um Boote zu ziehen. Der Wind in den Haaren, als ich Wende und Halse übe, Mann-über-Bord-Manöver, die Prüfung zum Segelschein Binnen A in Sicht. Unbeschwert, frei, wild. Seefahrerblut.
In diesen Minuten gehen so viele Gedanken durch den Kopf. Revue passieren lassen. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Ich habe einen Plan, von dem ich nicht mehr weiß, ob ich ihn umsetze. Meine Entscheidung.
Ich stehe auf, wische dabei mit einer Bewegung die Briefe vom Tisch. Sie sind nur Papier, nichts wert. Wie viel wert ist ein Gefühl? Ein Auto, ein Grundstück, Schmuck? Die Form wahren.
Die letzten Takte des Liedes verklingen. Jetzt wäre es Zeit. Schattenzeit.
Am nächsten Tag weiß ich: Ich bleibe Siegerin. Über die Nächte und die Tage.
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If there is a night with nothing left to do. Work is
finished, all things are done.
If there is a night I can go to bed early. Early enough
to get as much sleep as my body demands. Not as
late as most nights before, tired to the bone, when
sleep didn't came to you as a lover but as a fist that
simply knocked out your consciousness. When you
fell asleep like hit by a stone.
If I can have a rest so that I won't be drained at my
presentation tomorrow morning, short past 6.
Then.
Then I will not be able to sleep. Then I will lay
awake and think about what I lost.
Then I can get no sleep, but "see" my thoughts
dancing in circles. Around Things I would like to
(forget?) (miss?) (change?)
Then there is insomnia.
With insomnia comes insanity.
Will you come with me? Come and join my ride?
You just left the land of the sane and you will enter
the paradise of the insane soon. Or as they told me
in another world and another when:
Buckle your Seatbelt Dorothy, 'cause Kansas is
going bye-bye.
And so we fly on. Leaving Kansas - for no good.
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i can´t get no sleep
DIE NACHT VON Montag, 21. März 2005
Schnitt.


Abgesetzt vom falschen Nachtbus, streunt der glückliche Mensch durch die helle Nacht, allein mit seiner Kamera, sinnlos Brücken oder Friedhofstore fotografierend. Zwei weiße Marmorengel trotzen jeder Belichtungsdauer und bleiben Schattengespenster, weiße symmetrische Flecke vor den Umrissen der Aussegnungshalle.
Grenzstraße. Neue Hochstraße. Wie sein sonst ausgeprägter Orientierungssinn, ist ihm der Sinn für Motive abhanden gekommen, denn alles ist schön in dieser häßlichen Gegend. Sein Übermut, sein Verlangen, auf der Straße halbe Pirouetten zu springen, sich irgendwo an einer Mauer hochzuhangeln oder über Zäune zu klettern, läßt den lambruscoseligen Teenager wieder in ihm aufleben.
Komplett falsche Richtung, sagt die Karte. Den ganzen Weg zurück zum Humboldthain. Der Wedding leuchtet an einem Donnerstagmorgen im März. Als er die Badstraße überquert, ist es vier Uhr. Die ersten Vögel zwitschern. Der glückliche Mensch ist längst zu träge, den Rechner einzuschalten, um den Singsang in seinem Kopf in einen Blogeintrag fließen zu lassen, läßt sich im Mantel aufs Bett fallen und schlummert, des Bildes wegen, mit weit von sich gesteckten Armen ein.

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Nur wenige fenster sind beleuchtet. Ein Alptraum der Städtebaukunst, den die Bewohner fliehen.
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von mir zusammen :-)
Habe ich meinem Kunden wirklich gesagt, ich mache
ihm "mal eben" eine HP? Das kostet echt Nerven.
Nebenbei ist eine Sache für meinen anderen Job um
den Faktor 1000 komplexer, als ich es vorab ahnen
konnte.
Ich stöhne. Ich schwitze. Das ist nicht das Ende
eines Wochenendes, wie ich es mir gewünscht habe.
Aber Schritt für Schritt komme ich vorwärts. Mühsam
nährt sich das Eichhörnchen :-)
Egal... auch wenn es erst halb 11 abends ist. Ich
lösche jetzt das Licht und mache das, wofür man
mich hier sicherlich verpönt: ich hau mich hin.
Gute Nacht, machts gut und man liest sich. Vielleicht
morgen auch wieder mit einem neuen Foto.
LG
P.S: Das Audiofile vom Interview ist ja nett :->
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Im Vorbeifahren kann man die immer gleichen Geschäftsanbahnungen beobachten, die da drin argeboten werden. Fast wie Skandaltheater, schamlos, eine Inszenierung, um weiteres Publikum anzulocken, um Teil des ganzen Schauspiels zu werden.
Denn das Bullauge zeigt nur das Vorspiel, die Ouvertüre; die weiteren Lustspiele, Dramen oder armseligen Trauerspiele bleiben dann dem kleinsten Kreis von zwei Hauptdarstellern vorbehalten, während sich da drin schon die nächsten Akte andeuten. Keine Ahnung, ob der Trick funktioniert, aber ich fahre jedes Jahr während der Messe hier vorbei, und jedesmal gaffe ich rüber zu diesem Fenster, fasziniert und unsicher zugleich, ob dieser berühmten und im Kern wahrscheinlich vollkommen banalen Welt hinter dem Bullauge.
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Nicht unbedingt auf das Wetter,da hast du ja alle gut hereingelegt, aber auf die Möglichkeit etwas Lustiges anzustellen.
Vor mir stapelt sich Papierkarm, im Hintergrund läuft das Joe Cocker Konzert aus der Berliner Waldbühne von 1997 auf Sat1 (jeden Track gibt es natürlich als Klingelton...) und morgen wird die Zeit knapp. Also nix mit Wochenende, eher fleissig fronen.
Aber noch eine lausige Woche, ach was, 5 Tage...
::
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